The dark side of the painting

Writings/Schriften

The dark side of the painting

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The transfigured/transfiguring is historically oblivious and is lost in the present. I bring up a historical awareness in my works of art, which the recipient brings to her/his mind. I show the recipient the historicity of the present and the present of the historicity.

It is the dark side of the painting that I want to shine a light. I changed the perspective only to notice that I changed painting over to sculpture. And I wondered over the fact that the dark side of the painting is the recipient´s reflection about whether you can only occupy a single perspective or multiple perspectives. I went beyond the scope while I tried to clarify a simple aspect. A simple assumption, that is the abandonment of the canvas, led to a complexity, in which the recipient threatens to lose oneself. The attempt to see the artworks as a whole is difficult. I force the handling of the artworks by walking around them on the recipient to show the unity of the works splitting into fragmented impressions. The recipient only sees a part of the whole. The paintings are looked at like sculptures. That means, I challenge the recipient, to reflect on her/his viewing habits. And as a consequence to understand in general, what it means if a given is no given anymore. It is this kind of look at the world, which sees the unique in the common again. A look at the world, in which an unalienable and unimpeachable value is inherent in every single human being.

Frankfurt/Main, January 23rd 2016

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Der Verklärte/Verklärende ist geschichtsvergessen und verliert sich in der Gegenwart. Dem halte ich in meinen Kunstwerken ein Geschichtsbewusstsein entgegen, das sich der Rezipient in der Betrachtung meiner Kunstwerke vergegenwärtigt. Ich zeige dem Betrachter die Geschichtlichkeit der Gegenwart und die Gegenwärtigkeit der Geschichte auf.

Es ist die dunkle Seite der Malerei, die ich näher beleuchten wollte. Ich änderte die Perspektive und merkte, wie die Malerei in Skulptur überging. Und wunderte mich ob der Tatsache, dass die dunkle Seite der Malerei für den Betrachter eine Reflexion darüber ist, ob man nur eine Perspektive einnimmt oder mehrere Perspektiven einnehmen kann. Ich trieb das Überbordende in den Kunstwerken auf die Spitze, indem ich einen einfachen Aspekt zu klären versucht habe. Eine einfache Annahme – und zwar der Verzicht auf eine klassische Leinwand - führte zu einer Komplexität, in der der Betrachter sich zu verlieren droht. Der Versuch, die Kunstwerke als Gesamtes zu sehen, fällt schwer. Ich zwinge dem Betrachter den (Her-)Umgang mit dem Kunstwerk auf, so dass sich das Kunstwerk als Einheit zeigt, die sich in viele Eindrücke zersplittert. Der Betrachter sieht aber immer nur einen Teil dessen, was das Kunstwerk als Ganzes ist. Die Malereien werden somit im Raum betrachtet, wie es normalerweise die Skulptur einfordert. Ich fordere den Betrachter also auf, die Rezeptionsgewohnheit zu reflektieren. Und in der Folge vielleicht zu verstehen, was es im Allgemeinen bedeutet, wenn das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist. Es ist dieser Blick auf die Welt, die in Gewohntem das Ungewöhnliche wiedersieht. Eine Welt, in dem jedem einzelnen Menschen wieder ein unveräusserlicher und unantastbarer Wert
innewohnt.

Frankfurt am Main, 23.01.2016